Burnoutprävention, Rolle einer Führungskraft

Die Rolle einer Führungskraft bei der Burnout Prävention

Tipps für Führungskräfte, um Burnout bei Mitarbeitern vorzubeugen

Work-Life-Balance, positive Unternehmenskultur, Burnout, das sind weit mehr als nur Schlagworte. Ein Obstkorb ist längst kein erwähnenswerter Benefit mehr. Und durch die Pandemie-Situation hat sich auch nochmal viel verändert.

Die amerikanische Zeitung Washington Post beschreibt in einem Artikel, der im April 2022 erschienen ist, dass Mitarbeiter die sich entschieden haben zu kündigen, dies häufig aus folgenden Gründen tun:

Sie haben das Gefühl in einem anderen Job emotional, mental und finanziell besser dran zu sein. Dies ist kein Phänomen, dass sich allein in den USA beobachten lässt. Auch in Deutschland haben die psychischen Erkrankungen in den letzen Jahren zugenommen. 

Ein Burnout ist schon lange keine „Mode-Erkrankung“ für gestresste Manager mehr. Doch was können Führungskräfte konkret unternehmen, um bei ihrem Team einen Burnout vorzubeugen? 

Mitarbeiter-Burnout die Definition

Kurz bevor die Welt einen Lockdown erfahren hat, war der Stress der Mitarbeiter weltweit auf einem Allzeithoch. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Burnout sogar zu globalen „Berufspänomen“ erklärt. 

Den originalen Artikel der WHO kannst du hier in englisch nachlesen.

Laut WHO beschreibt Burnout „ ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz konzipiert wurde, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Es zeichnet sich durch drei Dimensionen aus“:

– Gefühle von Energiemangel oder Erschöpfung

– Erhöhte Mentale Distanz zur eigenen Arbeit, Gefühl der Negativität, Zynismus in Bezug auf die eigene Arbeit

– Verminderte berufliche Wirksamkeit 

Burnout ist hier im beruflichen Kontext zu sehen und sollte nicht zu Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen gesehen werden.

Die Rolle einer Führungskraft beim Mitarbeiter-Burnout 

Ein Burnout kann dazu führen, dass Mitarbeit sich völlig abkoppeln und unmotiviert fühlen. 

Das hat nichts mit mangelnder Begeisterung für den Job zu tun – die Mitarbeiter fühlen sich überlastet und stark gestresst. 

Was kann eine Führungskraft also unternehmen, um einen Mitarbeiter-Burnout vorzubeugen?

Im ersten Schritt geht es darum, die ersten Anzeichen für einen drohenden Burnout zu erkennen, dann einen Plan zur Behebung aktueller Probleme auszuarbeiten und schließlich eine dauerhafte positive Veränderung herbeizuführen.

Die WHO hat die Anzeichen für einen Burnout klar beschrieben: Du diesen Symptomen gehören Müdigkeit oder Erschöpfung der Mitarbeiter, zynische Äußerungen oder eine zynische Haltung gegenüber ihrer Arbeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit.

Ein Mitarbeiter der sich überfordert fühlt, ist nicht mehr in der Lage über sich hinauszuwachsen, die gewohnte Energie aufzubringen, oder sich für neue Projekte zu begeistern. Es kommt zum Abfall der Leistung. Nach und nach werden nur noch die Mindestanforderungen erfüllt.

Die Rolle einer Führungskraft bei der Burnout Prävention

Was sind die Ursachen für einen Burnout?

Nach Angaben von Gallup gibt es 5 spezifische Ursachen für Burnout:

Mangel an Kontrolle

Übermäßige Arbeitsbelastung

Unklare Kommunikation

Mangelnde Unterstützung durch den Vorgesetzten

Unangemessene Zeit unter Druck (Zeitdruck)

Der Obstkorb wurde bereits zu Beginn erwähnt. Mitarbeiter zu fördern bedeutet mehr als nur Sitzsäcke in der Lounge oder einen kostenlosen Espresso in der Küche anzubieten. Es bedeutet, die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu berücksichtigen und zu überlegen, wie man in einer anspruchsvollen Branche am besten für sie sorgt.

Was kann auf Führungsebene unternommen werde, um ein ausbrennen bei den Mitarbeitern zu verhindern?

Eine offene Kommunikation sollte mehr als eine Floskel sein. Dazu gehört der Raum, der frei von Urteilen ist und den Arbeitsplatz nicht gefährdet. Welche Punkte machen aktuell den Arbeitsplatz ungesund und was können Führungskräfte von sich aus unternehmen, um dies zu verbessern? 

Auch die offene Kommunikation mit denn Mitarbeitern kann helfen, diese und ihre Situation besser zu verstehen? Was motiviert einen Mitarbeiter zu Spitzenleistungen und was raubt ihm Energie? 

Burnout hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Auswirkungen können gravierend sein:

Die Mitarbeiter fühlen sich überfordert und können Angstzustände entwickeln, was sie anfälliger für Fehler macht. Die Produktivität leidet und auch die Qualität der Arbeit nimmt ab.

Darüber hinaus fallen betroffene Mitarbeiter auch für längere Zeit aus. Hinzu kommt: Ein Burnout hat unterschiedliche Schweregrade.

Der beste Weg einen Burnout zu verhindern, ist ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die Rolle einer Führungskraft bei der Burnout Prävention

Nachfolgend einige Möglichkeiten, die Unternehmenskultur und die Beziehungen zu den Mitarbeitern positiv zu beeinflussen:

Überwachung der Arbeitsbelastung

Laut einem Forbes-Artikel von Heide Abelli, Mitglied des Forbes Human Resources Council, aus dem Jahr 2022 besteht der erste Schritt darin, dass Führungskräfte die Arbeitsanforderungen und Erwartungen realistisch einschätzen. Überwache deshalb genau, wann die Mitarbeiter arbeiten und wie hoch ihr Arbeitspensum während der Woche und des Monats ist. Manager sollten bei alarmierenden Anzeichen von Burnout schnell handeln, indem sie die Arbeitsbelastung anpassen und Unterstützung bei größeren Projekten zuweisen.

Gute Arbeit anerkennen

Sich am Arbeitsplatz nicht wertgeschätzt zu fühlen, kann zu Burnout beitragen. Viele Mitarbeiter sehen sich ihre Arbeit an und denken: “Wozu habe ich das alles gemacht, wenn es keinen Wert hat?” Wenn es kein Belohnungssystem gibt, und sei es auch nur ein öffentliches Lob vor dem Team, dann haben die Mitarbeiter keine Grundlage dafür, was sie zu den Gesamtzielen des Unternehmens beitragen.

Betrachte die Anerkennung der Mitarbeiter als Leuchtturm fürs Team. Wo gab es in der Vergangenheit positives Feedback, wo nicht? Zeige deinen Teammitgliedern authentisch und aufrichtig, wie du ihnen deine Wertschätzung zeigst. 

Oft sind es die kleinen Gesten, die eine große Wirkung haben und im Gedächtnis bleiben.

Die Lieblingssnacks oder den Lieblingskaffee in den Pausenraum stellen, mal eine Pizza bestellen, einfach mal anrufen und Fragen ob alles in Ordnung ist. 

Auch in Zeiten von Homeoffice gibt es genügend Möglichkeiten, z.B. eine kleine

Food-Tasting-Box an das Team schicken, für das nächste Team-Meeting.

kontinuierliches Lernen

Um die Arbeitswoche aufzulockern und eine neue Perspektive einzubauen, solltest du ein kaum flexibles “Lunch and Learn” einplanen. Es ist kaum flexibel, weil manche Wochen anspruchsvoller sind als andere, aber du solltest sicherstellen, dass du dich jede Woche so gut wie möglich auf den Tag und die Uhrzeit festlegen kannst. So haben deine Teams etwas Beständiges, auf das sie sich freuen können, und etwas Neues, das ihre Woche auflockert.

Die Zeit, die für die Entwicklung neuer Fähigkeiten aufgewendet wird, ist ein Zeichen für das Engagement eines Unternehmens für die Zukunft seiner Mitarbeiter.

Bei einem Arbeitgeber hatte ich mal die Möglichkeit Französisch zu lernen, weil die Zentrale in Paris war. Macht es Spaß, den Kollegen dann in einer Email auch mal 2-3 Sätze auf französisch zu schreiben? Na klar. Und für den nächsten Urlaub hatte ich auch schon die passenden Vokabeln parat. 

Wohlbefinden zu einem Teil der Kultur machen

Wohlbefinden ist mehr als nur Urlaubstage, es geht darum, die Mitarbeiter zu ermutigen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, welches ihren Bedürfnissen entspricht.

Nachfolgend einige Beispiele:

Mitgliedschaft im Fitnessstudio

E-Bikes leasen können 

Flexible Pausen, mit Zeit fürs Fitnessstudio 

Die Liste ist lang. Wichtig ist, dass es zu dir und deinem Team und Arbeitsumfeld passt. 

Der Sinn dieser Bemühungen besteht darin, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass ihr Leben nicht ihre Arbeit ist. Sie haben Zeit, um das Leben zu genießen, in das sie so viel Mühe investiert haben.

Es kann sehr aufschlussreich sein, zu verstehen, was die Mitarbeiter an einem Arbeitsplatz haben können, ohne dass der Arbeitsablauf unterbrochen wird. Es ist sinnvoll, die Produktivität auf eine Art und Weise zu messen, die für dein Unternehmen sinnvoll ist, und Ausnahmen davon zuzulassen, wie eine gute Arbeitswoche für jedes Team aussieht.

Eine Befehls- und Kontrollkultur, in der die Führungskräfte gezwungen sind, zusätzlichen Druck auf die Mitarbeiter auszuüben, damit sie um jeden Preis Leistung erbringen, ist ein geradliniger Weg zum Burnout. 

Niemand erhält gerne eine E-Mail um 23:10 Uhr und möchte sich morgens um 08:10 Uhr anhören, weshalb die E-Mail noch nicht bearbeitet wurde… 

Wie ein gesundes Team aussieht, um Burnout zu verhindern

Gallup hat einen umfassenden Forschungsbericht über Burnout erstellt, um zu untersuchen, was Burnout ist und wie Führungskräfte am besten mit diesem Phänomen umgehen können.

Dabei hat Gallup 5 Elemente des Wohlbefindens definiert, die ein „blühendes Team“, von einem Team mit Burnout unter den Mitarbeitern unterscheidet:

Der Schlüssel zu dieser Liste liegt darin, festzustellen, welche der 5 Elemente fehlen, und diese zu verbessern, um die anderen zu verbessern.

Karriere: Stelle Leute ein, die ihren Job mögen und eine Zukunft in diesem Bereich anstreben. Dadurch wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter das Gefühl haben, ihr Bestes zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.

Körperlich: Eine gute Gesundheit zu fördern bedeutet, das Energieniveau zu verbessern, damit die Arbeit effizient erledigt werden kann.

Soziales: Haben die Mitarbeiter außerhalb der Arbeit Zeit, ihre Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen, und werden sie bei ihrer Arbeit von einem fürsorglichen Team unterstützt?

Gemeinschaft: Sorge dafür, dass sich jedes Mitglied deines Teams gesehen und unterstützt fühlt und dass es sich selbst sein kann.

Finanziell: Die Löhne sollten nicht nur wettbewerbsfähig sein, sondern den Mitarbeitern auch ein angenehmes Leben ermöglichen, das zu ihrem Arbeitsort passt.

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